Der Eichenprozessionsspinner beschäftigte im Juni auch unsere Gemeinde.
Anlass waren mehrere entdeckte Nester in der Nähe von Kindertagesstätten,
die aus Gründen des Gesundheitsschutzes durch Fachfirmen entfernt werden
mussten. Die Leitung des Bauamtes hat hier umsichtig reagiert und die not-
wendigen Schritte zügig eingeleitet.
Die Gefahr geht nicht von der Raupe selbst aus, sondern von ihren feinen Brenn-
haaren. Diese können Hautreizungen, Juckreiz, Ausschläge oder Augenreizun-
gen verursachen. Eingeatmete Härchen können zudem Atemwegsbeschwer-
den auslösen.
Daher sollte man vor allem Kinder unbedingt fernhalten.
Aber auch für Haustiere kann der direkte Kontakt sehr gefährlich sein.
Vor allem Hunde sind betroffen, wenn sie an Raupen oder Nestern schnuppern,
diese ablecken oder aufnehmen. Die Brennhaare können starke Reizungen im
Maul- und Rachenbereich verursachen und zu schweren Schäden an der Zunge
führen.
Ja, die Brennhaare können z.B. durch Wind verteilt werden.
Aber in der Regel reicht Abstand halten als Maßnahme völlig aus.
Dass der Eichenprozessionsspinner inzwischen häufiger auftritt, hängt auch
mit dem Klimawandel zusammen. Eine invasive Art im eigentlichen Sinne ist er
jedoch nicht, und er schädigt auch nicht die betroffenen Bäume.
Die Berichterstattung in den Medien vermittelt mitunter den Eindruck, jede Ei-
che sei eine Gefahr. Das ist definitiv nicht so!
Auf keinen Fall den Nestern auf eigene Faust zu Leibe rücken
Das ist gefährlich und verteilt außerdem oft die Brennhaare erst richtig.
Giftstoffe (auch “natürliche” wie Neem etc.) sind tödlich für viele weitere Klein-
tiere und Vogelbabys.
Firmen nutzen spezielle Absauger und Schutzausrüstung. Das ist sicher und
ungiftig.
Heimische Vogelarten wie Meisen helfen, die Raupen auf na-
türliche Weise zu reduzieren.
Diese sollte man unterstützen– durch naturnahe Gärten, vielfältige Lebensräu-
me und geeignete Nistmöglichkeiten.
Der Eichenprozessionsspinner ist eine Herausforderung, aber kein Grund, die
Natur zu meiden. Vorsicht an bekannten Befallsstellen, fachgerechte Maßnah-
men und die Unterstützung eines natürlichen Gleichgewichts aber sinnvoll.

Raupen des Eichenprozessionsspinners mit den typischen Brennhaaren
Foto: Pixabay Inhaltslizenz
