Jetzt ist richtig Herbst, und der Kampf gegen den “Erzfeind” Laub hat überall begonnen. Die Laubsauger dröhnen, das Zeug muss weg und in die Tonne!
Aber was passiert dadurch eigentlich in eurem Garten?
Jedes Jahr produzieren Bäume und Büsche riesige Mengen an Blättern (Biomasse!), in denen wiederum ein ganzes Universum aus Milionen Lebewesen zu Hause ist.
Das Laub fällt herunter, schützt den Boden vor Trockenheit und Auswaschung, wird zu stickstoffarmem Humus.
Aber vor allem:
Im Laub überwintert das Ökosystem Garten.
Laub in der Biotonne entsorgt die Gartenbewohner des nächsten Jahres als Heizmasse.
Und irgendwann kommt nichts mehr nach.
Glühwürmchen, Schmetterlinge, bunte Schnecken, Gartenvögel, Igel, Eidechsen...sie alle werden von Jahr zu Jahr weniger.
Woher sollen sie auch kommen? Aus dem Nichts?
Ein Garten, aus dem Jahr für Jahr jedes Blatt entfernt wird, ist wie ein Konto, von dem immer nur abgehoben wird.
Der Kreislauf ist unterbrochen.
Mit dem Laub fehlen Nahrung, Rückzugsorte und die Grundlage für neues Leben.
Die Vielfalt nimmt ab, der Garten wird zunehmend stiller.
Aber es muss doch weg?
Von Rasen und Wegen soll das Laub natürlich entfernt werden. Aber nicht irgendwie.
Laubbläser und besonders Laubsauger schreddern alles Leben. Nebenbei wirbeln
sie massenhaft gesundheitsschädlichen Feinstaub auf und sind so laut
wie ein Presslufthammer. Für nasses Laub sowieso ungeeignet.
Rechen und Harke sind Trumpf.
Wohin mit dem Zeug?
Als Winterschutz: Unter Hecken, auf Beeten und Hochbeeten.
Als Dünger: Im Komposthaufen oder in Laubkörben zersetzt sich das Laub, bei
Bedarf vermischt mit zerkleinerten Ästen oder Rasenschnitt
Und in einer ruhigen Ecke:
Der Laubhaufen als privates Naturschutzgebiet:
Er bietet Igeln, Käfern, Raupen und vielen weiteren Tieren Nahrung und Winterquartier.
Auch im März und April ist er noch voller Leben: Dann nicht auseinander ziehen!
Vögel dürfen natürlich darin wühlen und fressen.
Am besten: Ganz in Ruhe lassen, im Herbst vorsichtig neues Laub obendrauf.
Dünne Äste und Reisig lockern auf. Während die unteren Schichten zu Humus
werden, bleibt oben wertvoller Lebensraum.
